Dare to Bare – Container auf Bare Metal

Der einfachste Aufbau ist oft der effektivste. Das gilt auch für Cloud Infrastrukturen. Wer beim Betreiben seiner Container auf Performance setzt und grössere Workloads hat, sollte sich überlegen, seine Container auf Bare Metal laufen zu lassen, statt auf Cloud Instanzen oder virtuellen Maschinen (VM) als Layer zwischen den Containern und den physischen Servern zu setzen.

Dadurch, dass entweder die Virtualisierungsplattform oder der IaaS Layer wegfallen, wird die Infrastruktur sofort weniger komplex. Das wirkt sich positiv auf den Betrieb aus. Es gibt weniger Netzwerke, Hosts und Disks, die verwaltet werden müssen, daher kann die Infrastruktur auch von weniger Leuten betrieben werden.

Jeder Layer weniger in der Infrastruktur führt logischerweise auch dazu, dass das System weniger fehleranfällig wird, es gibt eine Ebene weniger, auf der etwas schief gehen kann, bzw. um die sich jemand kümmern muss.

Das Thema Performance wurde bereits in der Einleitung angesprochen: Ressourcen sind auf Bare Metal effizienter nutzbar. Es können also die gesamten Hardware-Ressourcen genutzt werden, da keine Ressourcen für die Hardwareemulation durch einen Virtualisierungslayer verwendet werden.

Damit eliminiert man eine doppelte Datenkapselung und auch das Networking wird schneller. Es sind also nicht zwei SDNs übereinandergestapelt, sondern es gibt nur eines, was die Performance erhöht.

Interessant ist auch, dass man für eine solche Cloud sehr gut recht einfache Hardware ohne grossartige Redundanzen verwenden kann. Es ist nicht nötig, in doppelte Stromversorgungen oder redundante Netzwerkanbindungen zu investieren, da bei einem Ausfall eines Systems das Containermanagement dafür sorgt, das die Container direkt neu auf einem anderen System gestartet werden, bzw. sowieso in mehreren Instanzen bereits über mehrere Systeme verteilt sind. Wenn also ein Server kaputt ist, wird er einfach durch einen neuen ersetzt, der muss nur eingeschaltet werden, den Rest erledigt das Cloudmanagement.

Wenn man die Services, die einen IaaS Layer bilden, wie zum Beispiel OpenStack, in Containern laufen lässt, dann schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Das Containerframework sorgt nämlich auch bei diesen Services für Hochverfügbarkeit und zugleich stellen die IaaS Services einen willkommenen Mehrwert dar, beispielsweise im Bereich Storage und Bare Metal Management. Und man kann für den Anwendungsfall VM bzw. Cloud-Instanz auch diese zur Verfügung stellen.

Zum Schluss noch ein kurzer Abstecher ins Reich der Sicherheit. Wer seine Anwendung auf Bare Metal Hosts laufen lässt und diese selber betreibt, hat die Sicherheit in eigenen Händen. Mit einer VM in einer Public Cloud sieht es schon anders aus, ein Leck auf irgendeiner anderen VM in der Umgebung kann sich durchaus auch auf die eigene VM auswirken. In einer Bare Metal Umgebung lassen sich Anwendungen oder auch Kunden bei Bedarf physisch trennen.

Natürlich gibt es auch Nachteile, wenn man seine Container auf Bare Metal betreibt. Einer davon ist, dass die Plattform sich nicht so flexibel skalieren lässt, wie das auf Public Cloud Instanzen der Fall ist. Man muss eben rechtzeitig neue Hardware bestellen und ins Rack einbauen, wenn man so eine Plattform selbst InHouse betreiben will. Doch es gibt zunehmend mehr Cloud Provider, die einem Bare Metal Performance für Container anbieten. Wenn man die fallenden Kosten für Hardware und die immer komplexer werdenden Container Ökosysteme in Betracht zieht, scheint der Bare Metal Cloud ein Platz in der Zukunft sicher.

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